Chemische Industrie verleiht Auszeichnung “Dialog Schule – Chemie” an jugend-forscht-Organisatoren – Informieren, Mitmachen und Netzwerken: Chemie-Lehrerkongress für 250 Pädagogen

Wie Schüler Tablets und Notebooks im Unterricht einsetzen können, welche spannenden Berufe sie in der chemischen Industrie lernen können – und mit welchen neuen Kunststoffen sie in Zukunft arbeiten werden:

Das alles waren Themen auf dem Lehrerkongress der Chemie am Donnerstag in Bruchsal. 250 Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus ganz Baden-Württemberg informierten sich einen Tag lang über aktuelle Entwicklungen. Die Pädagogen diskutierten zum Beispiel über neue Energiesysteme oder lernten spannende Schülerversuche zu Leuchteffekten kennen.

Volker Schebesta, Staatssekretär im baden-württembergischen Kultusministerium, unterstrich die Bedeutung einer guten naturwissenschaftlichen Bildung in seinem Grußwort: “Die mathematisch-naturwissenschaftlichen Fächer zu stärken ist eine wichtige Priorität der Landesregierung. Dies zeigt sich beispielsweise bei der aktuellen Neuausrichtung der gymnasialen Oberstufe. Zusammen mit der Stärkung der beruflichen Orientierung in den Bildungsplänen für alle weiterführenden Schularten erwerben die Schülerinnen und Schüler nicht nur theoretische Kenntnisse, sondern erhalten auch praktische Einblicke in spannende und verantwortungsvolle Berufsfelder. So erleben sie auch, welche Chancen und Möglichkeiten sich hinter dem Schulfach Chemie verbergen – und das sind einige!”

Er zeichnete zwei engagierte Pädagogen mit dem Preis “Experimentieren – Begeistern – Vernetzen” aus: Manfred Brenner und Dr. Marianne Rädle. Beide haben sich langjährig um die Organisation des Wettbewerbs “Jugend forscht” verdient gemacht. Brenner und Dr. Rädle leiten den Wettbewerb in Baden-Württemberg seit mehr als acht Jahren. Die Oberstudienrätin am Gymnasium Balingen und der Oberstudienrat an der Gewerblichen Schule Tübingen haben darüber hinaus in vielfältiger Art und Weise Jugendliche für Naturwissenschaften begeistert.

Für die chemische Industrie sprach Peter Dettelmann, Vorsitzender des Verbandes der Chemischen Industrie in Baden-Württemberg. Er ging besonders auf den seit einem Jahr geltenden neuen Bildungsplan ein. Er unterstrich die Einschätzung von Staatssekretär Schebesta, dass damit die Naturwissenschaften gestärkt wurden. Allerdings sieht Dettelmann Handlungsbedarf bei der Versorgung mit Fachlehrern, gerade in der Chemie. Hier sind zahlreiche fachfremd unterrichtende Lehrerinnen und Lehrer im Einsatz. “Sie sind hoch engagiert. Und wir würden dieses Engagement gerne, auch durch Weiterbildungen gemeinsam mit dem Kultusministerium, unterstützen,” so Dettelmann. Dann könne die wichtige praktische Arbeit im Unterricht gesichert werden.

250 Teilnehmerinnen und Telnehmer – darunter viele Chemie-Pädagogen – aus ganz Baden-Württemberg waren zum Lehrerkongress 2017 der Chemie nach Bruchsal gekommen.

Die Chemie-Verbände Baden-Württemberg laden jedes Jahr zum Lehrerkongress der chemischen Industrie ein. Das Ziel der Veranstaltung im Rahmen des “Dialog Schule – Chemie” ist, über die Pädagogen das Interesse von Kindern und Jugendlichen an Naturwissenschaften zu wecken. Zudem stellt die Branche, die derzeit in ihren 450 Unternehmen im Land 3.500 junge Menschen ausbildet, die Berufschancen in den meist mittelständischen Ausbildungsbetrieben dar.

Zum Dialog Schule – Chemie

Mit dem Dialog Schule – Chemie (DSC) unterstützen die Chemie-Verbände seit 1991 Lehrerinnen und Lehrer aller Schularten in Baden-Württemberg mit Informationen, Materialien und Veranstaltungen. Zudem erhalten sie – über den Fonds der Chemischen Industrie – Förderungen aus dem Programm Schulpartnerschaft Chemie. Es werden beispielsweise Fortbildungen zu unterrichtsnahen Themen ebenso wie zum sicheren Experimentieren angeboten. Aktuelle Periodensysteme oder Experimentieranleitungen als Hefte oder Bücher stellt der DSC zur Verfügung. Außerdem werden Referenten für Fachvorträge in Schulen vermittelt oder Kontakte für Exkursionen hergestellt. Pro Jahr nehmen mehr als 750 Pädagogen das Angebot des DSC in Anspruch.

Zu den Chemie-Verbänden Baden-Württemberg

Unter dem Dach der Chemie-Verbände Baden-Württemberg arbeiten mehrere Verbände mit Sitz in Baden-Baden zusammen. Es handelt sich dabei um · den tarif- und sozialpolitisch tätigen Arbeitgeberverband Chemie Baden-Württemberg e.V. (agvChemie) · den wirtschaftspolitischen Verband der Chemischen Industrie e.V., Landesverband Baden-Württemberg (VCI).

Der VCI hat in Baden-Württemberg zwei eigenständige Fachverbände: · den Landesverband Baden-Württemberg des Bundesverbandes der Pharmazeutischen Industrie e.V. (BPI), und · die Bezirksgruppe Baden-Württemberg des Verbandes der deutschen Lack- und Druckfarbenindustrie e.V. (VdL).

In diesen Verbänden sind derzeit insgesamt 444 Mitgliedsunternehmen mit 107.000 Beschäftigten organisiert. Der Jahresumsatz betrug 2016 ca. 38,1 Milliarden Euro. Die größten Teilbranchen sind Pharma (35 Prozent), Lacke, Farben und Bautenschutz (12 Prozent) sowie Körperpflege und Waschmittel (9 Prozent). Derzeit bilden die Unternehmen etwa 3.500 Jugendliche aus.

 

 

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